Fahrgastzufriedenheit in Wiesbaden verbessert sich gegenüber 2024

Fahrgastzufriedenheit in Wiesbaden verbessert sich gegenüber 2024
Fahrgastzufriedenheit in Wiesbaden verbessert sich gegenüber 2024 | Bild: ESWE Verkehr, Michael Skwarciak

Die Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer des städtischen Busverkehrs in Wiesbaden hat sich laut einer repräsentativen Untersuchung der Hochschule RheinMain leicht verbessert. Für 2025 errechneten die Forschenden für ESWE Verkehr die Gesamtnote 2,69 gegenüber 2,79 im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die Fahrgastzahlen im Linienverkehr auf knapp 59 Millionen.

Aufbau und Methodik der Befragung

Die Studie wurde im vergangenen Jahr unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler vom Fachbereich Wiesbaden Business School durchgeführt. Ein studentisches Team befragte an zehn Standorten in der Innenstadt in vier Erhebungswellen insgesamt 1.512 Passantinnen und Passanten. Geprüft wurden verschiedene Nutzergruppen, von regelmäßigen Fahrgästen bis zu überwiegend mit dem Pkw fahrenden Personen. Die Teilnehmenden bewerteten Merkmale des Angebots in Schulnoten von eins bis sechs, etwa Freundlichkeit des Fahrpersonals, Taktung, Pünktlichkeit und Reisegeschwindigkeit.

Wesentliche Ergebnisse

In 15 von 16 abgefragten Kategorien verbesserte sich die Bewertung gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich fielen bessere Noten bei der Umweltleistung von ESWE Verkehr, bei Kontrollen, bei Informationen zu Verspätungen sowie bei der Atmosphäre in den Fahrzeugen aus. Auch Erreichbarkeit der Ziele und Fahrzeiten erhielten günstigere Bewertungen. Im Vergleich schnitt der Pkw in der Gesamtbetrachtung schlechter ab. Die Nutzung des Autos wurde 2025 im Mittel mit 3,31 bewertet, mehr als eine halbe Note schlechter als der städtische Busverkehr.

Prof. Dr. Bernhard Heidel wertet die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass die Fahrgäste positive Veränderungen wahrnehmen. Er betont, dass sich diese Wahrnehmung sowohl in offenen Antworten zu den als positiv und negativ empfundenen Punkten als auch in den geschlossenen Fragen widerspiegelt.

Reaktionen der Verkehrsgesellschaft und Ausblick

Die Geschäftsführung von ESWE Verkehr sieht die Studie als Bestätigung laufender Maßnahmen. Marion Hebding erklärt, das gestiegene Vertrauen zeige, dass die kontinuierlichen Angebots- und Serviceverbesserungen nach der Coronazeit bei den Fahrgästen angekommen seien, und dass man weiterhin an Verbesserungen arbeite. Der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kowol nennt die Ergebnisse eine Bestärkung des aktuellen Kurses. Er verweist zugleich auf geplante Schritte wie eine Liniennetzreform, mit der direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen geschaffen werden sollen, um das Busfahren effizienter und attraktiver zu machen. Kowol äußert zudem Kritik am Schienenverkehr und sieht dort wegen Unterfinanzierung häufiger Ausfälle.

Die Studie benennt auch noch vorhandene Defizite. Insbesondere Pünktlichkeit und weiterhin die Atmosphäre in den Bussen, etwa durch zu volle Fahrzeuge, bieten nach Ansicht der Befragten Steigerungspotenzial. Die Kundenzufriedenheitsmessung findet seit 2006 statt und wurde von ESWE Verkehr bislang regelmäßig fortgeführt. Die nächste Erhebungswelle wurde laut Mitteilung inzwischen gestartet.

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