
In Wiesbadens Südosten ist am 6. Februar der symbolische Spatenstich für eine neue vierzügige Grundschule erfolgt. Auf dem Areal an der Wettinerstraße entsteht ein Neubau für rund 400 Schülerinnen und Schüler sowie eine Sporthalle mit zwei Spielfeldern. Die Stadt und die Bauherrin rechnen mit einer Fertigstellung Ende 2028.
Projekt auf dem Gelände und städtebauliche Einbindung
Das Grundstück wurde im Zuge einer Neuordnung geteilt. Auf dem nördlichen Teil ist die Grundschule vorgesehen, auf dem südlichen Teil soll eine Kindertagesstätte entstehen. Zwischen beiden Flächen ist ein öffentlicher Fußweg geplant, der künftig die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und dem angrenzenden Wohngebiet verbinden wird.
Nach Angaben der Stadt wurde die bisherige Sporthalle auf dem Gelände bereits abgerissen, nachdem an anderer Stelle eine neue Halle fertiggestellt worden ist. Die neue Schulanlage soll sich damit in das bestehende Quartier einfügen und Wege kürzer machen.
Raumkonzept und Ausstattung
Der Neubau umfasst rund 8.700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Im Entwurf bilden sogenannte Cluster Lernbereiche im oberen Geschoss den organisatorischen Kern. Insgesamt werden 16 Klassenräume zu eigenständigen Einheiten zusammengefasst. Ergänzt werden diese durch Differenzierungsräume, Teamräume und offene Lernzonen sowie nutzbare Außenbereiche wie Terrassen und Balkone.
Im Zentrum des Gebäudes liegt eine Aula mit einer Sitzstufenanlage, die als Versammlungsraum für schulische Veranstaltungen dient. Direkt angeschlossen ist eine Mensa, die nach Angaben der Planer in mehreren Schichten bis zu 360 Essen ausgeben kann. Die angegliederte Sporthalle ist primär für den Schulbetrieb gedacht, kann aber auch von Vereinen genutzt werden. Das Dach der Halle ist als Schulhof gestaltet und schließt ebenerdig an die Freiflächen an, so dass ein geschützter Aufenthaltsbereich oberhalb des Straßenniveaus entsteht.
Schuldezernent Hendrik Schmehl verwies darauf, dass die Planung Räume schaffen soll, in denen individuelle Förderung und moderne Unterrichtsformen möglich sind. Baudezernent Andreas Kowol betonte die Verbindung von funktionaler Architektur, nachhaltiger Bauweise und einer sinnvollen Einbindung in das Quartier.
Materialien, Nachhaltigkeit und technische Ausstattung
Konstruktiv ist eine Kombination aus Stahlbeton und Holz Massiv Elementen vorgesehen. Das Konzept sieht extensive Dachbegrünungen und Photovoltaik anlagen vor. Die Fassade soll langlebig gestaltet werden, um den nachhaltigen Anspruch des Projekts zu unterstreichen.
Kosten, Bauherrin und Zeitplan
Die reinen Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto angegeben. Das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto. Bauherrin und spätere Betreiberin ist die WiBau GmbH. Die Firma wird das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells an die Landeshauptstadt Wiesbaden übergeben. Der Geschäftsführer Christoph Golla erklärte, WiBau trage Verantwortung für eine wirtschaftliche Umsetzung und wolle das Vorhaben in enger Abstimmung mit den städtischen Ämtern nachhaltig realisieren.
Die Planungsleistung stammt vom Architekturbüro architektei mey aus Frankfurt am Main. Die Verbau und Erdbauarbeiten sind für den Zeitraum Januar bis Juni 2026 vorgesehen. Der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 geplant. Die Fertigstellung ist für Dezember 2028 geplant.
Quelle anzeigen

