
Die städtische Kindertagesstätte Europaviertel hat eine Spende in Höhe von 1.000 Euro für die Weiterentwicklung ihres MINT Angebots entgegengenommen. Die Zuwendung der netorium AG soll die vorhandene Holz und Töpferwerkstatt zu einem modularen MINT Labor weiterentwickeln. Bei der Übergabe waren unter anderem Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher sowie Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege, des Fördervereins, der stellvertretenden Kitaleitung und des beteiligten Unternehmens anwesend.
Spende, Aktion und ergänzende Sachspende
Die finanzielle Zuwendung entstand im Rahmen der netorium Aktion We love MINT. Über den LinkedIn Kanal des Unternehmens wurden Interaktionen gesammelt, wodurch zunächst 680 Euro zusammenkamen. netorium stockte den Betrag auf 1.000 Euro auf. Zusätzlich übergab das Unternehmen Moravia Consulting einen Cubetto Lernroboter aus Holz. Der Roboter richtet sich an Kinder ab drei Jahren und ermöglicht einen spielerischen, bildschirmfreien Einstieg in das Programmieren.
Vertreter von netorium formulierten, dass Technik für das Unternehmen mehr als ein Berufsfeld sei und man mit der Kampagne Chancen für junge Menschen eröffnen wolle. Die Kampagne sei demnach eine Herzensangelegenheit, die Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und Technologien fördern solle.
Ausbaupläne für die Werkstatt
Die Mittel sollen in einen modularen Ausbau des bestehenden Werkstattbereichs fließen. Ziel ist eine stärkere Ausrichtung auf forschendes Lernen, damit Kinder naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen eigenständig erkunden können. Geplant ist, die neuen Materialien und Angebote schrittweise in den Kita Alltag zu integrieren. Perspektivisch sollen Teile der Ausstattung auch anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.
Nach der Übergabe wurden die nächsten Planungsschritte für das Projekt konkretisiert. Die Maßnahme ist als qualitative Weiterentwicklung eines vorhandenen Bereichs beschrieben und knüpft an bestehende pädagogische Arbeit der Einrichtung an.
Kita Praxis und Vernetzung
Die Kita Europaviertel verfolgt seit mehreren Jahren einen klaren MINT Schwerpunkt. In der Einrichtung werden 147 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in sieben Gruppen betreut. 29 Mitarbeitende begleiten den Alltag. Grundlage der pädagogischen Arbeit ist das Freinet Konzept. Lernen knüpft hier an Alltagssituationen an. Kinder beobachten, experimentieren, stellen Fragen und entwickeln gemeinsam Lösungen.
Seit 2014 arbeitet die Einrichtung in Kooperation mit Martin Hezel am Projekt Der Rote Koffer. Dabei werden handwerkliche Tätigkeiten wie Sägen oder Hämmern mit Elementen früher informatischer Bildung kombiniert. Zu den festen Projekten gehören etwa Parcours für die Logo Maus, eigene Toniboxen und Experimente mit Elektronik. 2020 wurde die Kita erstmals als Haus, in dem Kinder forschen zertifiziert; zwei weitere Zertifizierungen folgten.
Die Weiterentwicklung des Werkstattbereichs steht zudem im Zusammenhang mit der regionalen Vernetzung. Seit Januar 2025 ist die Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege Teil des Netzwerks Wer? WI? Was? – Kinder forschen in und um Wiesbaden. Über dieses Netzwerk erhalten Fachkräfte Fortbildungsangebote und Einrichtungen können sich zertifizieren lassen.
Bei der Übergabe hob Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher hervor, dass frühe MINT Bildung Chancengleichheit und Zukunftskompetenzen stärke. Sie dankte den Unternehmen für ihre Unterstützung. Die Spende und die ergänzende Sachspende sollen nun in konkreten Schritten in die praktische Arbeit der Kita einfließen.
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